Crissey-Chronologie einer Freundschaft
- 1997 Kontaktaufnahme zum Partnerschaftsverband Rheinland-Pfalz – Burgund
- 1998 Bildung eines Partnerschaftsausschusses
- 2000 Crissey bekundet Interesse an einer Partnerschaft mit Fürfeld
- September 2000 erster Besuch einer Delegation aus Crissey in Fürfeld
- 27. April 2002 Festveranstaltung mit Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde in Fürfeld
- 19. Oktober 2002 Festveranstaltung mit Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde in Crissey
- 19. Mai 2005 Gründung des Freundeskreises Partnerschaft Crissey-Fürfeld
Auszug aus der Partnerschaftsurkunde
„Die Bürgermeister der Gemeinden Crissey und Fürfeld gehen am heutigen Tage
die feierliche Verpflichtung ein, durch eine lebendige Partnerschaft zwischen
den beiden Gemeinden und ihren Bürgern dauernde Verbindungen auf allen Gebieten
zu begründen, zu fördern und aufrecht zu erhalten und durch ein besseres
Verständnis der Menschen füreinander das Gefühl der Zusammengehörigkeit über die
nationalen Grenzen hinweg zu vertiefen.
Sie tun dies in der Erkenntnis,
dass eine menschenwürdige Zukunft nur in einer friedlichen Welt möglich ist, in
der die Grenzen und Schranken zwischen den Völkern abgebaut
werden.
Hierzu wollen beide Gemeinden mit ihren Bürgern gemeinsam ihren
Beitrag leisten.
Diese von den beiden Räten der Gemeinden Crissey und Fürfeld
beschlossene Partnerschaft wird hiermit feierlich bekräftigt und besiegelt. Möge
unser Bund ein Baustein für ein geeintes Europa sein.“
Freundschaft kennt keine Sprachbarrieren
Austausch zwischen Crissey und Fürfeld sorgt für Lachen, Musik und viele Emotionen
Pfingstsamstag 2026, 15 Uhr: Endlich rollte der Bus mit ca. 30 Teilnehmenden aus Fürfeld in Crissey ein und schon nach wenigen Minuten war klar: Dieser Austausch wird wieder alles andere als langweilig. Mit herzlichen Umarmungen begann ein Wochenende voller Freundschaft, gutem Essen und unvergesslicher Momente.
Am Tag zuvor war bereits Klaus Zahn, Fürfelds ehemaliger Bürgermeister, auf dem Rad eingetroffen. Ca. 600 km hatte er in sechs Tagesetappen auf seiner „Tour der Freundschaft“ mit Muskelkraft zurückgelegt, wie schon neun Jahre zuvor.
Zur offiziellen Begrüßung betonten die Bürgermeisterinnen der beiden Gemeinden, Catherine Lauriot und Monika Weyell, wie wichtig die Treffen gerade in der jetzigen Zeit von Krieg und Uneinigkeit in aller Welt für den Zusammenhalt Europas sind.
Natürlich gab es hier und da kleine Sprachbarrieren. Doch wie sich schnell zeigte, verstand man sich auch mit ein paar Worten Französisch, Übersetzungs-Apps und viel Lachen erstaunlich gut. Manche Freundschaften zwischen den Familien bestehen inzwischen schon seit über 20 Jahren. Andere entstanden an diesem Wochenende vielleicht beim Essen der Spezialität Moules frites – Muscheln mit Pommes frites – oder während eines zusammen gesungenen Karaoke-Lieds.
Am Sonntag ging es gemeinsam nach Chalon-sur-Saône. Dort schlenderten die Teilnehmenden über den Markt und durch den wunderschönen Rosengarten und bestaunten die beeindruckende Kathedrale und das Kloster. Während einige begeistert Blumen fotografierten, suchten andere eher nach Schatten oder dem nächsten Café.
Am Montagmorgen traf man sich noch einmal zum gemeinsamen Frühstück und dem obligatorischen Gruppenfoto, bevor die Heimreise begann. Viele verabschiedeten sich mit Umarmungen, manche mit Tränen – und alle mit dem Gefühl, eine ganz besondere Zeit erlebt zu haben.
Gerade heute, in einer Welt voller Unsicherheiten und Spannungen zwischen Ländern, zeigt dieser Austausch, wie wichtig persönliche Begegnungen sind. Die deutsch-französische Freundschaft ist keine Selbstverständlichkeit. Nach zwei Weltkriegen, in denen unzählige Menschen Angehörige verloren, wurde sie mit viel Mut und Engagement aufgebaut. Umso wichtiger wäre es, wenn sich in beiden Gemeinden mehr junge Familien mit Teenagern finden würden, die Lust haben, die Freundschaft weiterzuleben, die Sprachen zu lernen und die Partnerschaft zu pflegen. Gerade in dieser Altersgruppe fehlt trotz vieler Bemühungen auf beiden Seiten der Nachwuchs.
Eines steht jedenfalls fest: Wer dieses Wochenende erlebt hat, weiß, dass Freundschaft oft dort beginnt, wo das Wörterbuch aufhört.

Gruppenfoto: Besuch der Partnergemeinde Crissey (Burgund) in Frankreich an Pfingsten 2015


