Station 7: ehem. Kurmainzer Amtshaus

Der repräsentative Barockbau mit Mansardwalmdach ist das markanteste Gebäude im Ortsbild. – Als Walmdach bezeichnet man eine Dachform, die nicht nur – wie beim Satteldach – auf der Traufseite, sondern auch auf der Giebelseite geneigte Dachflächen hat. – 1714 war nach einem Rechtsstreit zwischen Kurpfalz und Kurmainz ganz Neu-Bamberg Kurmainz zugesprochen worden. Der neue Verwaltungssitz für das aus den Gemeinden Gumbsheim, Neu-Bamberg, Pleitersheim, Siefersheim, Volxheim und Wöllstein bestehende „Amt“ wurde 1720 errichtet. Nach der Besetzung des linksrheinischen Gebietes durch die französischen Revolutionstruppen in den Jahren 1792/1793 verlor Neu-Bamberg seine Rolle als Verwaltungsmittelpunkt und der Ort wurde der Bürgermeisterei Fürfeld unterstellt. Somit geriet das Gebäude Anfang des 19. Jahrhunderts in Privatbesitz und wurde erst in den dreißiger Jahren von der Gemeinde zurückgekauft und als Schulhaus umgebaut. Von 1834 bis 1971 wurden hier die Kinder unterrichtet, zunächst nach Konfessionen getrennt. Dementsprechend gab es im Erdgeschoss je eine Wohnung für den evangelischen und eine für den katholischen Lehrer. Heute befindet sich im „Bürgerhaus“ die Gemeindeverwaltung, die anderen Räume werden von den Vereinen des Ortes genutzt.