Station 29: Weidenmühle

Von den drei Neu-Bamberger Mühlen liegt die Weidenmühle am weitesten vom Ortszentrum entfernt. Man gelangt zu ihr über die Alzeyer Straße, Richtung Wonsheim oder Hof Iben, oder über einen Feldweg, der hinter der Hesselborner Mühle den Appelbach entlang führt. Es handelt sich ursprünglich um eine Getreidemühle, die erstmals 1297 als Bannmühle erwähnt wurde. – Die Bannrechte gewährten den Inhabern besondere Privilegien: Nur hier durften die Bauern ihr Korn mahlen lassen. – In einem Pachtvertrag aus dem Jahr 1510 wird sie als „Freie Mühle“ bezeichnet. 1864 erfolgte die Umstellung von Wasserradantrieb auf Dampfbetrieb. Das heutige spätklassizistische Wohngebäude stammt aus dem zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts. Als Nebenerwerb kam 1923 die Obstbrennerei mit dem weithin sichtbare Schornstein dazu, 1925 die Pferdezucht, speziell englisches Vollblut. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts entstanden durch Umbaumaßnahmen im Haupthaus zahlreiche Wohnungen, die landwirtschaftlichen Flächen werden seither für die Pferde des Reiterhofes Weidenmühle genutzt.